Die Geschichte des Jazz
Jazz-Festivals gibt es heute in vielen europäischen Großstädten und sie sind auch in Deutschland weit verbreitet. Doch wie kam es eigentlich dazu? Wie entstand der Jazz und wie entwickelten sich die verschiedenen Stile; welche Besonderheiten haben sie? Ein kurzer Einblick in die lange Geschichte des Jazz…

Jazz entsteht um 1900 in den Südstaaten der U.S.A. als Volksmusik der afroamerikanischen Bevölkerung; Einflüsse kommen vor allem aus dem Blues, Spiritual und Gospel sowie aus der amerikanischen Tanzmusik, hauptsächlich dem Ragtime.
So entwickelt sich zunächst der New-Orleans-Jazz, bei dem meistens drei Melodieinstrumente benutzt werden: Klarinette, Trompete und Posaune. Unterstützt werden diese von einer Rhythmuseinheit, zum Beispiel Schlagzeug, Banjo und Tuba.
Charakteristisch für den New-Orleans-Jazz ist außerdem die sogenannte Kollektivimprovisation, bei der alle Musiker gleichzeitig improvisieren.
Diese Form des Jazz wird von weißen Bands als Dixieland-Jazz aufgegriffen, bei dem glattere Melodien und reinere Harmonien gespielt werden.
Ab 1920 verlagert sich das Zentrum der Jazz-Spieler nach Chicago. Der Musikstil, der sich dort entwickelt, wird unter dem Namen Chicago-Jazz bekannt. Dieser ist für die Schüler und Studenten, die im Süden als Nachahmer des New-Orleans-Jazz zu den Instrumenten greifen, einfacher zu spielen: Im Chicago-Jazz wird nämlich auf Gegenstimmen verzichtet, und an die Stelle der Kollektivimprovisation tritt die Soloimprovisation.
Der Swing wird in den 1930er Jahren populär. Entstehungshintergrund ist die Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929, die die Musiker zwingt, sich zu Big Bands zusammen zu schließen. Diese Bands setzen sich klassischerweise aus 17 Musikern zusammen, eingeteilt in eine Gruppe von Melodieinstrumenten und eine Gruppe aus Rhythmusinstrumenten. Die unterschiedlichen Instrumente innerhalb der Melodiegruppe spielen aber immer gemeinsam, beispielsweise alle Saxofone. Große Popularität erlangt der Swing vor allem als Tanzmusik.
Aus Angst, der Jazz könnte sich zu weit von seiner ursprünglichen Form entfernen, entwickeln Musiker ab 1940 den Bebop als Gegenbewegung zum Swing. Kleinere Bands spielen nun Stücke, die aus einer Abfolge von Soloimprovisationen bestehen. Freie Schlagzeug-Rhythmen, komplexe Harmonien und Tempoverdopplungen tragen außerdem zum neuartigen Klang bei.
Aus diesem Musikstil entsteht um 1950 der Cool Jazz, für den wieder langsamere Tempi und lange Töne charakteristisch sind. So wird oft eine melancholische Atmosphäre kreiert. Wie der Bebop zeichnet er sich zudem durch eine kleine Besetzung der Bands aus.
Ab 1960 gibt es dann den sogenannten Free Jazz. Kollektivimprovisationen treten wieder in den Vordergrund, allerdings sind diese Improvisationen jetzt freier als jemals zuvor. Es kann sogar vorkommen, dass Musiker einer Band verschiedene Harmonien und Tonarten benutzen. Dieses Fehlen eines festgelegten Ablaufs führt dazu, dass der Free Jazz mit den üblichen Konventionen bricht.
Als moderne Form des Jazz wäre schließlich noch das Genre Jazz-Fusion zu nennen, das eine Kombination von Jazz mit anderen Stilrichtungen darstellt. Die wichtigsten Einflüsse kommen dabei aus der Rock- und Funkmusik. Analog zum Jazzrock, der sich in diesem Zusammenhang entwickelt, findet auch eine Annäherung der Rockmusiker an den Jazz statt (Rockjazz).
Die Geschichte des Jazz aber ist noch längst nicht zu Ende geschrieben, denn wie fast jeder Musikstil entwickelt sich der Jazz ständig weiter, und Jazzfestivals bieten eine wunderbare Möglichkeit, in dieser Hinsicht auf dem Laufenden zu bleiben. Hilfreich dabei ist zum Beispiel die Homepage www.jazzfestivals.de, die eine Liste mit aktuellen Festivals enthält.
Und wer auf all dieses nicht steht dem bleibt ja noch immer die Möglichkeit auf ein Fernstudium BWL.
Eine tolle Sache, bin echt mehr als begeistert davon